365 Minuten Achtsamkeit - Abschied

365 Minuten Achtsamkeit
Nimm dir jeden Tag 1 Minute Zeit. Zeit für dich. Spüre in dich hinein, Was nimmst du wahr bei den Gedankensplittern zu dem heutigen Thema. Mit jedem Tag, mit jeder Übung, mit jeder Minute erfährst du immer mehr und mehr über dich...

Heute:

Abschied

Abschied Trauer Tod Neubeginn

Meistens denken wir bei dem Wort "Abschied" an Trauer...

 

...dabei ist ein Abschied gleichzeitig ein Neubeginn.

 

Schon als Kind lernen wir, Abschied tut weh. Wie so oft fokussieren wir uns auf das Negative und verstärken den Schmerz.

Lediglich am Anfang der Sommerferien freuen wir uns, dass das Schuljahr vorbei ist. Am Freitag freuen wir uns auf das Wochenende. Nach dem Winter sehnen wir uns nach dem Frühling. Schmeissen eine Party, wenn der cholerische Chef gekündigt ist. Junggesellenabschied wird gefeiert, die Volljährigkeit, nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

 

Abschied gehört zum Leben. Jeden Abend verabschieden wir uns vom Tag, jeden Morgen von der Nacht. Alles kommt einmal, alles geht einmal. Lass los...

 

Manchmal können wir nicht loslassen. Können nicht einschlafen, weil wir den Tag nicht abgeschlossen haben. Klammern uns an Dinge, die uns vielleicht wenig nützlich sind. Überflüssige Pfunde, Unterlagen aus dem Studium, zu enge Kleidungsstücke, die alten Knöpfe oder falsche Denkmuster. Weil uns die Dinge vertraut sind? Mit denen fühle ich mich sicher? Da weiss ich, was ich habe?

 

Tue ich mich mit dem Abschied schwer, weil ich Angst vor Neuem habe? Unsicherheit macht sich breit. Bleibe ich in eine unglücklichen Beziehung, bevor ich gar keine habe?

Wenn ich loslasse, bin ich ein Verlierer, Versager?

 

Abschied tut weh. Muss ich diesen Schmerz mit einem Lächeln überspielen, die Tränen runterschlucken? Schliesslich ist eine Zeit vorbei, die nie wieder kommt. Ich gebe ein Stück von mir ab. Mir wird bewusst, dass ich nichts festhalten kann.

 

Schön wäre es, wenn ich bei diesem Thema die goldene Mitte finde.

Trotz Trauer über den Tod eines geliebten Menschen, offen bleiben für die neue Freiheit. Trotz Verlust der Jugend, die Reife geniessen. Trotz Regen sich auf die nächsten Sonnenstrahlen freuen.

 

Jeden Herbst verabschiedet sich für uns sichtbar die Natur vom alten Jahr. Hält inne und sammelt Kraft für den nächsten Frühling.

 

Abschied tut weh. Aber wie nah der Schmerz des Abschieds und die Freude des Neubeginns ist, wird uns mit jeder Geburt eines Kindes gezeigt.

 

Wo kannst du schnell loslassen, dich verabschieden?

Wo hast du Mühe?

Gibt es Unterschied bei materiellen Dingen und Personen?

 

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